Gedichte
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Re: Gedichte
von weirdo am 09.08.2011 20:23Tadel
Ich tadelte meine Seele siebenmal.
Das erste Mal, als ich versuchte,
mich auf Kosten der Schwachen zu erhöhen.
Das zweite Mal, als ich
vor Verkrüppelten zu hinken vorgab.
Das dritte Mal, als ich, vor die Wahl gestellt,
das Leichte dem Schweren vorzog.
Das vierte Mal, als ich einen Fehler beging und
mich mit den Fehlern der anderen tröstete.
Das fünfte Mal, als ich, aus Furcht gefügig geworden,
behauptete, groß in der Geduld zu sein.
Das sechste Mal, als ich meine Kleider hob
um dem Schmutz des Lebens zu entgehen.
Das siebte Mal, als ich Gott mit Hymnen pries
und meinen Gesang für Tugend hielt.
~~~
Viele Königreiche
Die Menschen sind geteilt in verschiedene Sippen und Stämme,
sie gehören vielen Ländern und Städten an.
Ich aber fühle mich fremd in allen diesen Gemeinschaften
und zähle mich zu keiner der Siedlungen.
Das All ist meine Heimat und die ganze Menschheit meine Sippe.
Die Menschen sind schwach, und es ist traurig, dass sie untereinander geteilt sind.
Die Welt ist so eng, es ist unklug, sie in Königreiche, Imperien und Provinzen zu spalten.
~~~
Die Stimmen der Natur
Wenn die Vögel singen, rufen sie dabei die Blumen des Feldes
oder sprechen sie mit den Bäumen,
oder ist ihr Gesang nur ein Widerhall dessen, was das Bächlein murmelt?
Der Mensch mit all seiner Klugheit kann nicht verstehen,
was die Vögel sagen oder was der Bach vor sich hinmurmelt
oder was die Wellen flüstern,
wenn sie langsam und sanft den Strand berühren.
Der Mensch in all seiner Klugheit kann nicht verstehen,
was der Regen spricht, wenn er auf die Blätter in den Bäumen fällt
oder wenn er aufs Fensterbrett tropft.
Er weiß nicht, was der flüchtige Wind den Blüten zu erzählen hat.
Aber das Herz des Menschen ist imstande,
die Bedeutung dieser Stimmen zu fühlen und zu begreifen.
Oftmals bedient sich die ewige Wahrheit einer geheimnisvollen Sprache.
Seele und Natur unterhalten sich miteinander,
während der Mensch abseits steht, sprachlos und verwirrt.
Und hat der Mensch nicht Tränen vergossen über diese Stimmen?
Sind seine Tränen nicht ein beredtes Zeugnis seines Verstehens?
Gibran Khalil
Alles Wissen ist vergeblich ohne die Arbeit, und alle Arbeit ist sinnlos ohne die Liebe. ♥ [Khalil Gibran]
Re: Gedichte
von weirdo am 21.02.2011 09:42Worte
Ein Wort ist hässlich, ein anderes schön
Ein Wort zum Hören und eins zum Verstehen
Ein Wort ist mächtig, denn Worte sind Macht
Drum gib auf die Worte, die du sprichst, acht
Ein Wort kann betören und Dinge verdrehen
Ein Wort kann dich führen, lässt Neues dich sehen
Ein Wort kann dir helfen, viel zu entdecken
Doch kann ein Wort auch manches verstecken
Ein Wort schafft Welten, Zeiten und Räume
Ein Wort bietet dir bezaubernde Träume
Ein Wort hilft dir in Kummer und Pein
Doch lässt ein Wort dich auch oft allein
Ein Wort bietet Erlösung, Hilfe und Rat
Ein Wort macht aber auch aus dem Kreis ein Quadrat
Ein Wort wirkt bezaubernd, wenn du es hörst
Doch hörst du ein anderes, ist alles zerstört
Ein Wort kann kalt sein, bitter, gemein
Ein Wort ist oft nicht mehr als Schein
Ein Wort ist tödlich wie härtester Stahl
Und schmeckt auch mit Süßstoff nur bitter und schal
Ein Wort das du hörst... prüfe es penibel
Und werd dem Gehörten gegenüber sensibel
Versuch zu entdecken, was hinter ihm steckt
Und was der Sager mit dem Wort verdeckt
Lerne zu hören, bevor du es glaubst
Ehe dir ein Wort deine Hoffnungen raubt
Höre auf dein Herz und nicht auf dein Ohr
Und stelle dir immer den Spiegel davor
Prüfe das Wort, eh du es sprichst
Ob du es nicht schon bald wieder brichst
Und denke daran, Worte sind Macht
Darum bitte ich dich: Gib auf sie acht!
(Michael Haeser)
Alles Wissen ist vergeblich ohne die Arbeit, und alle Arbeit ist sinnlos ohne die Liebe. ♥ [Khalil Gibran]
Re: Gedichte
von jay am 19.02.2011 00:29Oh, hier hake ich mal bald mit meinen lyrischen Versen ein.
Bin wieder da mit neuem notebook. ;.)
Liebe Grüße
Re: Gedichte
von sally am 18.02.2011 16:09@Ozy
Die Kunst des schönen Gebens wird in unserer Zeit immer seltener, in demselben Maße, wie die Kunst des plumpen Nehmens, des rohen Zugreifens täglich allgemeiner gedeiht.
Heinrich Heine
Re: Gedichte
von Ozymandias am 17.02.2011 23:54Du warst bei mir bis zum Ende.
Und auch nachdem ich schon gegangen war,
hast du mich noch eine Weile gehalten.
Als meine Seele meinen Körper verließ,
blickte ich hinab und sah dich weinen.
Ich würde dir so gerne sagen, dass ich alles verstanden habe.
Du hast diese letzte Entscheidung nur für mich gefällt.
Und sie war weise.
Es war Zeit für mich zu gehen.
Ich danke dir für dein Verständnis.
Niemand wird meinen Platz einnehmen.
Aber die, die nach mir kommen,
brauchen die Liebe und Zuneigung
so, wie ich sie hatte.
Du denkst immer an mich.
Das sind Momente, wo du so unendlich traurig bist.
Bitte, denk nicht voller Trauer zurück.
Denke nur daran wie glücklich wir waren.
Und wenn die nächsten Wegbegleiter dich für immer verlassen müssen,
dann werde ich an der Regenbogenbrücke auf sie warten.
Ich werde ihnen danken, dass auch sie Dich glücklich machten.
Und ich werde auf sie aufpassen - für Dich!
Ich danke dir dafür, dass
Du mich geliebt hast
Du für mich gesorgt hast
und Du den Mut hattest
mich mit Würde gehen zu lassen.
Dein treuer Wegbegleiter
gefunden im Internet
(Autor leider unbekannt)
<><
Ozy
Das Leben ist ein langer Gang mit sehr vielen Türen, man braucht nur den richtigen Schlüssel.

Re: Gedichte
von Ozymandias am 17.02.2011 23:46Wenn Hunde in den Himmel
kommen, brauchen sie keine
Flügel, denn Gott weiß,
dass Hunde rennen möchten.
So gibt er ihnen Wiesen. Wiesen und Wiesen und Wiesen.
Wenn ein Hund im Himmel ankommt,
dann rennt er einfach los.
Im Hundehimmel gibt es schöne Seen,
groß und klar. Und überall Gänse, die
flattern und schnattern, zupfen und
rupfen. Hunde lieben das.
Sie rennen am Wasser entlang und
bellen und bellen. Und Gott, hinter
einem Baum verborgen, schaut ihnen
zu und lächelt.
Natürlich gibt es Engel dort, Engelkinder.
Gott weiß, dass Hunde Kinder mehr lieben
als alles andere sonst auf der Welt.
Darum schickt er viele Engelkinder
in seinen Hundehimmel.
Es gibt dort Kinder mit Fahrrädern und Kinder
mit Schlitten; es gibt Kinder, die rote
Gummibälle werfen, und Kinder, die ihre
Drachen durch die Wolken ziehen.
Die Hunde sind dabei,
und die Kinder lieben sie heiß.
Und, oh, Hundekuchen!
Hundekuchen über Hundekuchen,
so weit das Auge reicht.
Gott hat einen Sinn für Humor. So gibt
er seinen Hundekuchen die Gestalt von
witzigen Tieren und anderen Sachen:
Kätzchen-Hundekuchen gibt es und
Eichhörnchen-Hundekuchen.
Aber auch Eiskrem-Hundekuchen und
Schinkenbrötchen-Hundekuchen.
Klar, jeder Engel, der vorbeikommt, hat
einen Leckerbissen für jeden Hund.
Und natürlich, alle Gottes-Hunde
gehorchen sofort, wenn ein Engel
„Sitz!“ sagt.
Im Hundehimmel wird jeder
Hund ein guter Hund.
Gott schüttelt unermüdlich Wolken auf;
damit macht er weiche Kuschelbetten
für seinen Hunde im Hundehimmel.
Und wenn sie dann müde sind vom vielen
Rennen und Bellen und Schinkenbrötchen-
verschlingen, findet ein jeder von ihnen
ein Wolkenbett zu Schlafen.
Sie legen sich nieder,
drehen sich um und
um auf ihrer Wolke…
…bis sie genau richtig liegen,
und dann rollen sie sich zusammen
und schlafen ein.
Gott wacht über jeden Einzelnen von ihnen,
und schlechte Träume gibt es nicht.
Alle Hunde im Hundehimmel
haben jemandem gehört,
solange sie auf der Erde waren.
Natürlich haben sie das nicht vergessen.
Ihr Himmel ist voller Erinnerungen.
Und manchmal führt ein Engel einen
Hund zu einem kleinen Besuch zurück
auf die Erde. Niemand auf der Erde kann
ihn sehen oder hören. Aber der Hund
schnüffelt in seinem alten Hof herum,
sieht nach der Katze von nebenan, folgt
seinem Menschenkind auf dem Schulweg,
hockt sich vor die Gartentür und wartet
auf den Briefträger.
Und dann, wenn er zufrieden feststellt,
dass alles in Ordnung ist,
kehrt er mit seinem Engel in den Himmel zurück.
Denn das ist ihr Platz,
ganz in der Nähe Gottes,
der sie geschaffen hat.
Die Hunde im Hundehimmel,
die auf der Erde kein richtiges Zuhause hatten,
bekommen eines im Himmel.
Dort haben sie Höfe und Vorgärten zum darin Spielen,
und Sofas zum darauf Liegen und Tische zum darunter Sitzen,
während die Engel ihre Mahlzeiten einnehmen.
Natürlich hat jeder Hund seinen Napf
mit seinem Namen darauf.
Und jeder Hund wird den ganzen Tag gestreichelt
Und bekommt gesagt, wie brav er ist.
Hunde dürfen im Hundehimmel bleiben,
solange sie möchten, und das kann
bedeuten, für immer.
Wenn alte Freunde ankommen, werden sie
schon erwartet. Die Hunde im Hundehimmel
werden da sein, gleich an der Himmelspforte:
Beinahe wie Engel !
gefunden im Internet
(Autor leider unbekannt)
<><
Ozy
Das Leben ist ein langer Gang mit sehr vielen Türen, man braucht nur den richtigen Schlüssel.

sco
Gelöschter Benutzer
Re: Gedichte
von sco am 17.02.2011 23:23Schön
aber Gustav Falke hat da schon ein sehr dummes Kätzchen gefunden -
Bei meiner Katze wäre das Gedicht wesentlich kürzer ausgefallen :
Einmal Summ, um das Näschen herum -
und patsch, einmal die Pfote zum watschen -
jetzt hört man nur noch gemütliches Schmatzen -
dideldum, die Fliege war dumm ...
sco
Re: Gedichte
von captain_koks am 17.02.2011 20:15Hier ein Beitrag aus Meinem rosa eingefassten lieblings Gedichtband:
Das dumme Kätzchen
Ist's nicht zum Lachen ?
Kätzchen will Fliegen fangen
und weiß es nicht zu machen.
Immer summ und brumm
dicht um Kätzchens Nase herum.
Wie es greift und wie es grapst,
immer hat's vorbeigehappst.
Immer summ und immer brumm !
Kätzchen springt um sich selbst herum.
Auf einmal sitzt es ganz still,
nur das weiße Schwänzchen zuckt.
Warte nur , Fliege ! Jetzt muß es glücken.
Ein Luftsprung. Ätsch !
Da liegt's auf dem Rücken.
Immer summ und immer brumm
dicht um Kätzchen Nas herum.
Liebes Kätzchen,nimm's nicht krumm,
aber du bist furchtbar dumm,
summ, summ, summ,
furchtbar dumm !
von Gustav Falke
Schön....
Re: Gedichte
von sally am 17.02.2011 19:46Es ist wirklich schön,und berührt einen.........ich hatte beim lesen auch Tränen in den Augen
Aber bin jetzt auch Glücklich mir einen neuen Hund aus dem Tierheim geholt zu haben.
Meiner ist vor zwei Monaten nach 14 Jahren gestorben
Danke Ozy
Re: Gedichte
von KvP am 17.02.2011 18:55Ach Ozymandias, welch ein herzzerreißendes Gedicht! Bin selber Herrchen und kann das nachvollziehen, begleitet mich doch nun meinen zweiter Hund. Mir schießen die Tränen in die Augen... 


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